9. März 2017 |

Viele Ideen im Stadtforum

Stefan Lanz begrüßte seine Vorstandskollegen am Dienstagabend in den Räumlichkeiten des Hotels City Krone in der Friedrichshafener Innenstadt zur Vorstandssitzung. Thomas Goldschmidt vom Stadtmarketing berichtete über die ersten Ergebnisse aus den Projektgruppen Tourismus und Handel und Dienstleistung. Das Projektgruppen-Team um Jennifer Brosy, die in Friedrichshafen die Tourist-Information leitet, möchte unter anderem gemeinsam mit Handel und Gastronomie Projekte zur Belebung der Stadt initiieren. Dabei soll es auch darum gehen, die Stadt abends mehr zu beleben.

Die Projektgruppe Handel und Dienstleistung plant, so Stefan Lanz, für neue Angestellte der Hotels, Restaurants und des Einzelhandels einen Tag mit einer „verrückten Stadtführung“ mit Infos zu Sehenswürdigkeiten und Insider-Tipps. Außerdem sollen in den Geschäften selbst mehr attraktive Aktionen stadtfinden.

Die Projektgruppe Öffentlichkeitsarbeit & Mitgliederservice um Sascha Schmidt von der Zeppelin Universität hat bereits den ersten informativen Newsletter an die Mitglieder verschickt, arbeitet an Broschüre, Webseite und besonderen Anreizen für Neumitglieder. Geplant sind außerdem für die Stadtforum Mitglieder ein Kinoabend mit einem Dokumentarfilm über Stadtentwicklung und ein Vortrag zu häufigen Führungsfehlern. Angeregt wurde von der Gruppe zudem eine exklusive Mitarbeiter-Party im Herbst für alle Mitglieder und deren Mitarbeiter.

Nach den aussichtsreichen Berichten aus den Projektgruppen leitete Stefan Lanz als einer der beiden Vereinsvorsitzenden zu dem Gast des Abends über. Dr. Martin Ruf, der seit 2016 Geschäftsführender Gesellschafter der monreal Immobilien & Projektentwicklung GbR ist, hat am Institut für Mittelalterstudien an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg im Schwerpunkt Bauforschung und Archäologie promoviert und ist Sachverständiger für Denkmalpflege und Bauforschung. Zu dem Thema „Stadtgenese im Südwesten“ hielt er einen sehr interessanten Vortrag, der die vielseitigen Einflussfaktoren der Stadtentstehung in den vergangenen Jahrhunderten beleuchtete. Gab es im Jahr 1200 um die 1000 Städte in Deutschland, waren es 150 Jahre später bereits dreimal so viele. Der rechtliche Akt der Stadterhebung war hierbei entscheidend. Römische Städte wurden besiedelt, Welfen, Staufer oder Habsburger gründeten aus politischen Gründen neue Städte oder strategisch-topographische Kriterien wie die Lage an Flüssen, Handelswegen oder Pfalzen führten zu Stadtgründungen. Am Beispiel von Nördlingen zeigte Dr. Ruf, wie man heute noch das konzentrische Wachstum im Stadtbild erkennen kann. Reichsstädte wie Buchhorn waren damals dem Kaiser unterstellt und mit ihrem Sitz im Reichstag dort quasi den Fürsten gleichgestellt. Immer wieder gab es jedoch durch Kriege, Brände, wirtschaftliche Entwicklungen oder Flüchtlinge in den Städten auch große Veränderungen, die bis heute anhalten.

Das Phänomen Stadt ist seit Jahrhunderten im Wandel – die Stadt ist ein „Organismus“. Dieses Fazit trifft natürlich auch auf Friedrichshafen zu, wobei das Stadtforum diesen Wandel im besten Sinne vorantreiben möchte.

Stadtforum Friedrichshafen e. V.

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