19. Januar 2017 |

Mehr Bilbao-Effekt für Friedrichshafen

Stadtforum Friedrichshafen bringt Meinungen zu ISEK ein

 Bei der offenen Vorstandssitzung des Stadtforums Friedrichshafen am Dienstagabend stand das Integrierte Stadtentwicklungskonzept ISEK im Mittelpunkt. Die anwesenden Mitglieder diskutierten vor allem über die kontroversen Themenfelder „Verkehr“ und „Bauen und Wohnen“. Einig war man sich, dass der große Wurf bei den bisherigen Projektideen noch fehle. Die Stadtforum-Mitglieder wünschen sich eine Magnetwirkung für Friedrichshafen durch gewagte und wegweisende Ideen.

Das Stadtforum vereint Mitglieder aus den Bereichen Handel und Dienstleistung, sowie Tourismus, Handwerk, Sport oder Bildung und repräsentiert durch seine Verbandsmitglieder über 300 Unternehmen und zahlreiche gesellschaftlichen Gruppen in der Stadt. Die dritte ISEK-Runde fand am 9. Dezember um 14 Uhr statt. Zu dieser Uhrzeit an einem Werktag vor Weihnachten konnten jedoch nur wenige Stadtforum-Mitglieder teilnehmen. Dem Vorstand des Stadtforums um Fritz Hack war es daher wichtig, die Positionen des Stadtforums nochmals gesondert zu erarbeiten, um sie dann dem ISEK-Projektbüro KoRis zukommen zu lassen.

Thomas Goldschmidt vom Stadtmarketing stellte den 16 Anwesenden den Stand der Dinge und die nächsten Schritte des ISEK-Projektes vor. Das Stadtforum hat vor allem das Handlungsfeld „Wirtschaft, Handel und Innenstadt“ im Blick. Wichtige Bezüge gibt es außerdem zu den Feldern „Verkehr, Mobilität“ und „Wohnen, Freiraum, Baukultur“. Zu kontroversen Themen wie „Wohnraum schaffen versus Freiraum erhalten“, „Autofreie Innenstadt“, „Friedrichstrasse“ oder „Parken“ erstellte das Stadtforum in seiner Sitzung anschließend ein eigenes Meinungsbarometer. Bei der Frage zum Wohnbau sprach sich die Mehrheit für eine gute Mischung aus bezahlbaren und gehobenen und gleichzeitig optisch ansprechenden Lösungen aus. Auch dem Bau von höheren Häusern und attraktiven Neubauten waren die Mitglieder nicht abgeneigt, wenn die Qualität und Optik dabei auch passe. Mehr Anspruch in punkto Qualität wünschte sich auch Sieglinde Ege: „Das geht bei der Beleuchtung los und hört bei der Aufenthaltsqualität auf“, so die Einzelhändlerin. Zum Thema Verkehr brachte sie an, dass man die Stadt nicht zu sehr beruhigen sollte, ein intelligenter, gezielter Verkehrsfluss würde der Innenstadt nicht schaden. Die Friedrichstrasse und die Innenstadt außerhalb der Fußgängerzone sollen nach einhelliger Meinung auch weiter befahrbar bleiben. Das teilweise zu hohe Verkehrsaufkommen würde sich durch die Umgehung bzw. die Umleitung aller „Durchfahrer“ sicher schlagartig reduzieren, so Fritz Hack. Parkplätze sind nach Meinung der Stadtforum-Mitglieder weiterhin unabdingbar für eine kundenfreundliche Innenstadt. Die Seestatt am Bahnhof oder das Quartier Metzstraße wären auch daher so erfolgreich, weil sie ausreichend Parkraum böten.

Hotelier Kasimir Neuner-Jehle brachte nochmal Schwung in die Diskussion, als er sich eine Art „Elbphilharmonie für Friedrichhafen“ wünschte. Es seien im ISEK gute Ansätze da und er wolle nichts schlecht reden, aber etwas Verrücktheit und Mut zu größeren Zukunftsvisionen würde dem Projekt ISEK gut tun. Zudem wäre Friedrichshafen auch finanziell gut aufgestellt, um es nicht einfach nur anderen Städten nachzumachen, sondern etwas Wegweisendes zu schaffen. Auch Fritz Hack begeisterte sich für solch einen Bilbao-Effekt: „Wenn wir die Pluspunkte See und Stadt verbinden und zusätzlich einzigartige Highlights setzen, kann Friedrichshafen ein echter Magnet werden.“ Dazu dürfe man jedoch „nicht immer Kompromisse machen“ und müsse auch mal „ein bissel was wagen“, so der Vorsitzende des Stadtforums.

Stadtforum Friedrichshafen e. V.

Karlstraße 17, 88045 Friedrichshafen

Tel.: 07541-97078-0

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